In fast allen Bundesländern – bis auf Bayern und Sachsen – haben Angestellte das Recht, einmal im Jahr Bildungsurlaub zu nehmen. Das bedeutet, sie können sich für fünf Tage pro Jahr zu Weiterbildungszwecken von der Arbeit freistellen lassen, während ihr Gehalt weitergezahlt wird. Zum Beispiel, um besser mit Stress umgehen zu lernen. Was sehr wichtig ist, da Zahlen belegen, dass Deutschland extrem gestresst ist! Dennoch wird Bildungsurlaub weiterhin nur wenig in Anspruch genommen. Die wichtigsten Zahlen und Fakten zum Bildungsurlaub und zum Stress in Deutschland finden Sie in diesem Blogartikel.
Was ist Bildungsurlaub?
Bildungsurlaub ist eine Sonderform des bezahlten Urlaubs, der für eine politische, berufliche oder allgemeine Weiterbildung eingesetzt werden kann. Um dem Missverständnis vorzubeugen, dass es sich dabei um einen Extra- oder Sonderurlaub zu Erholungszwecken handelt, wird er in einigen Bundesländern auch Bildungsfreistellung oder Bildungszeit genannt.
Im Prinzip hat jede*r Arbeitnehmer*in Anspruch auf diesen jährlichen Sonderurlaub. Allerdings gibt es je nach Bundesland bestimmte Einschränkungen für zum Beispiel Beamte, Auszubildende und Zivildienstleistende. Auch Voraussetzungen, Vorlaufszeiten und Fristen (für die Antragstellung) unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Was speziell für das Bundesland, in dem Sie arbeiten, gilt, können Sie auf unserer Übersichtsseite nachlesen: https://www.biek-ausbildung.de/bildungsurlaub/bundeslaender/.
Für was kann Bildungsurlaub eingesetzt werden?
Wie bereits oben geschrieben, kann der Anspruch auf Bildungsurlaub zu Weiterbildungszwecken eingesetzt werden. Doch was heißt das jetzt konkret?
Allgemein gesagt, soll diese Weiterbildungsform der politischen, beruflichen oder allgemeinen Weiterbildung dienen oder der Qualifizierung zur Wahrnehmung ehrenamtlicher Tätigkeiten. Bildungsveranstaltungen zur beruflichen Weiterbildung müssen dabei zwar Kenntnisse für den ausgeübten Beruf vermitteln, allerdings brauchen diese Kenntnisse nicht zwingend zum Aufgabenfeld des betreffenden Mitarbeiters zu gehören. Wenn also jemand beispielsweise im Kundendienst tätig ist, braucht er oder sie nicht zwangsläufig einen Kommunikationskurs zu besuchen.
Nichtsdestotrotz sollen die im Bildungsurlaub vermittelten Kenntnisse im Beruf oder im jeweiligen Tätigkeitsbereich angewendet werden können, wobei auch ein Mindestnutzen für die Arbeitgeber zu erkennen sein soll. Darunter fallen beispielsweise Seminare zur Stressbewältigung. Schließlich werden in diesen Kursen relevante Kenntnisse vermittelt, anhand derer Sie anschließend – auf der Arbeit aber auch im Privatleben – besser mit Stress umgehen können.
Besser mit Stress umgehen: Wie gestresst ist Deutschland?
Und dass ein besserer Umgang mit Stress nötig ist, zeigen aktuelle Zahlen: Laut einer aktuellen Studie der Techniker Krankenkasse gaben zwei Drittel der Deutschen (66 %) im Jahr 2025 an, sich häufig gestresst zu fühlen. Diese Zahlen sind in den letzten zehn Jahren rapide gestiegen: Im Jahre 2013 waren es beispielsweise „nur“ 57 % (obwohl auch das bereits sehr hoch ist!).
Dabei sind es vor allem Frauen, die sich gestresst fühlen: Und zwar mit 71 %! Im Gegensatz zu 60 % der Männer. Auch das Alter spielt beim Stressempfinden eine Rolle: 83 % der 18- bis 39-jährigen und 79 % der 40- bis 59-jährigen gaben an, sich häufig gestresst zu fühlen. Ältere Personen sind laut der Studie nicht mehr so stressbelastet: Von diesen gaben nur 39 % an, häufiger Stress zu empfinden.
Dabei ist der Stressfaktor Nummer eins, ein zu hoher Anspruch an sich selbst (61 %). Auf dem zweiten Platz mit 58 % steht das Stressempfinden in Schule, Studium oder Beruf gefolgt von politischen und gesellschaftlichen Problemen (53 Prozent), wie zum Beispiel Kriegen.
Leider ist es in unserer heutigen, modernen Welt so, dass wir dem Stress nicht immer ausweichen können. Und ihn zu vermeiden ist ebenfalls nur in den seltensten Fällen möglich. Deswegen ist es ratsam, uns Strategien zu erarbeiten, wie wir mit dem Stress in unserem Leben besser umgehen beziehungsweise wie wir ihn abbauen können. Tun wir das nämlich nicht, baut sich in uns Druck auf und der Stress wird chronisch. Und chronischer Stress macht krank: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rückenschmerzen, Depressionen oder Burn-out sind nur einige Beispiele.
Und es geht noch weiter: Chronischer Stress hat nämlich nicht nur Auswirkungen auf körperliche und psychische Funktionen unseres Körpers. Er verändert nachweislich unser Gehirn! Mehr dazu erfahren Sie in diesem sehr gut gemachten Video von Madhumita Murgia (erstellt für TED-Ed):
Besser mit Stress umgehen lernen im Bildungsurlaub Stressbewältigung
Hier kommt jetzt der Bildungsurlaub ins Spiel. Denn zur Erarbeitung von Strategien zum besseren Umgang mit Stress, bietet sich eine Woche außerhalb der Arbeit an. In dieser können Sie Routinen, Termindruck und gewohnte Rollen hinter sich lassen und haben außerdem Zeit und Muße, sich auf neue Sachen, ungewohnte Methoden und auch auf Veränderungen einzulassen. Und sich so wirksame Stressbewältigungsmethoden und nachhaltige Methoden zur Stressprävention für sich zusammenzustellen. Schließlich ist nicht nur der Stress selber, sondern sind auch die Methoden dagegen höchst individuell.
Dazu ist es nötig, dass Sie sich reflektieren und genau die Methoden finden, die für Sie persönlich funktionieren. Ohne dass Sie deswegen zusätzlichen Stress bekommen. Denn so schön und gut VHS- oder andere Kurse sind: Wöchentlich einen Termin nach der Arbeit wahrzunehmen, kann für einige Menschen sehr herausfordernd sein und damit eine weitere Stressquelle darstellen. Und das wollte man ja eigentlich durch diesen Kurs vermeiden.
Bildungsurlaub im Bundesländervergleich
Dennoch – obwohl Bildungsurlaub in den meisten Bundesländern bereits seit 50 Jahren möglich ist – wird dieses Angebot nur von einigen wenigen Arbeitnehmern genutzt. Wenngleich das Interesse da ist. Wie in einer aktuellen Erhebung des Portals Bildungsurlaub.de gezeigt, sind ca. 5 % der Deutschen an Angeboten interessiert. Allerdings nehmen nur ca. 1% der Berechtigten dann tatsächlich Bildungsurlaub, wobei es Unterschiede zwischen den Bundesländern gibt. Den höchsten Wert hat Niedersachsen: Hier machten im Jahre 2023 1,45 % der Beschäftigten ihren Anspruch wahr. Im Gegensatz zu zum Beispiel Hessen oder Schleswig-Holstein, wo nur 0,68 % beziehungsweise 0,63 % der Beschäftigten im Jahre 2023 beziehungsweise 2024 Bildungsurlaub nahmen.
Bei diesen Zahlen muss allerdings dazugesagt werden, dass Vergleiche zwischen den Bundesländern schwierig sind. Zum einen werden nicht in allen Regionen Werte erhoben. Zum anderen ist die Ergebung dieser Daten sehr unterschiedlich: Von jährlich bis über einen Zeitraum von mehreren Jahren ist alles vertreten. Des Weiteren stellen auch die Unterschiede bei den Anspruchsberechtigten eine Hürde im Zahlenvergleich dar: Dürfen beispielsweise in Schleswig-Holstein auch Beamte Bildungsurlaub nehmen (deren Zahlen dann in den endgültigen Wert mit einfließen), ist das im Nachbarland Niedersachen diesen Arbeitnehmern nicht erlaubt.
Gründe, warum kein Anspruch geltend gemacht wird
Nur ca. 1 % aller Anspruchsberechtigten nehmen also Bildungsurlaub – obwohl das Interesse da und in den letzten Jahren sogar leicht gestiegen ist. Die Gründe dafür sind vielfältig:
- Mangelnde Bekanntheit: Immer noch gibt es relativ viele Menschen, die sich nicht über ihren Anspruch auf Bildungsurlaub bewusst sind oder die nicht wissen, was in Ihrem Bundesland tatsächlich gilt.
- Einschränkungen im Betrieb: In kleinen Betrieben mit weniger als fünf Mitarbeitern gibt es keinen grundsätzlichen Anspruch auf Bildungsurlaub. Und auch in größeren Betrieben mit bis zu 50 Mitarbeitern können betriebsinterne Strukturen die Nutzung von Bildungsurlaub be- oder auch verhindern.
- Finanzielle Engpässe: Sowohl das Seminar als auch Anreise und Unterbringung müssen vom Arbeitnehmer selbst getragen werden. Für einige Menschen stellen diese zusätzlichen finanziellen Kosten eine enorme Hürde da, aufgrund dessen man letztendlich lieber auf den Anspruch verzichtet.
- Zusätzliche Belastung: In einigen Betrieben wird man quasi nur „halb“ freigestellt, was bedeutet, dass der Arbeitnehmer zwar eine Woche nicht im Betrieb ist, die Aufgaben jedoch weiterlaufen und während des Bildungsurlaubs von diesem zu erledigen sind.
- Vorlaufzeiten und Fristen: Je nach Bundesland muss man für den Antrag auf Bildungsurlaub eine gewisse Vorlaufszeit einplanen. Von vier Wochen (Bremen und Niedersachsen) bis zu neun Wochen (Baden-Württemberg) ist alles vertreten. Viele Menschen empfinden diese Fristen als einschränkend, weil sie aus persönlichen Gründen nicht so lange in Voraus planen können oder wollen.
- Passende Kurswahl: Nicht jeder Kurs ist als Bildungsurlaub anerkannt! Sofern dieses nicht offensichtlich auf der Website des Anbieters steht, kann es für einige Menschen zu verwirrend sein, sich in den bestehenden Angeboten zurechtzufinden.
- Kompliziertes Anmeldeverfahren: Viele Menschen wissen nicht, wie Sie Ihren Anspruch auf Bildungsurlaub geltend machen können beziehungsweise, was Sie konkret bei Ihrem Arbeitgeber einzureichen haben.
Warum wir wieder einer der besten Anbieter für berufliche Weiterbildung sind
Vor allem bei den zwei letztgenannten Punkten der obigen Liste, sind Sie bei uns auf der sicheren Seite: In der Übersicht auf unserer Website finden Sie sowohl alle Kurse, die wir anbieten, als auch, dass durch die entsprechende Bezeichnung auf der Banderole sofort ersichtlich ist, welche Kurse als Bildungsurlaub anerkannt sind (By the way: insgesamt 85 %!).
Außerdem können Sie sicher sein, dass wir bei sämtlichen Themengebieten immer auf dem aktuellsten, wissenschaftlichen Stand und unsere Dozentinnen und Dozenten handverlesen sind. Auch die von uns sorgsam ausgewählten Orte, an denen unsere Kurse stattfinden, sprechen für uns.
Kein Wunder also, dass wir im 5. Jahr in Folge vom Wirtschaftsmagazin „Focus-Business“ als einer der Top-Anbieter für Weiterbildung und zudem letztes als auch dieses Jahr vom renommierten SZ-Institut in mehreren Kategorien zur besten beruflichen Weiterbildung gewählt worden sind!
Außerdem haben wir für Sie auf einer separaten Seite alle Infos sowohl zum Bildungsurlaub generell als auch zu den Besonderheiten in den einzelnen Bundesländern zusammengestellt: https://www.biek-ausbildung.de/bildungsurlaub/
Und damit nicht genug: Um es für Sie noch übersichtlicher zu machen, haben wir Ihnen hier die wichtigsten Fragen zum Bildungsurlaub zusammengestellt (die Sie zudem auch in unserem SlideShare Account finden):
Und in diesem Slide finden Sie die wichtigsten Voraussetzungen für Bildungsurlaub in den einzelnen Bundesländern (jeweils auf einer Seite):
Informieren Sie sich gerne auf den verlinkten Seiten. Wenn Sie weitere Fragen haben sollten, zögern Sie nicht, uns jederzeit zu kontaktieren: Telefonisch: 06251 780 686
oder
per E-Mail: info@biek-ausbildung.de
Ihre Silvia Duske




