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Zufall oder Können? Von der Serendipität

Serendipität, also zufällige Entdeckungen, die geschickt genutzt werden, können zu bahnbrechenden Ergebnissen führen. Und das nicht nur in der Wissenschaft. Auch im Alltag lässt sich durch Serendipität besser mit Stress, Krisen und Herausforderungen umgehen

Zufällige Funde kennen wir alle. Beispielsweise das Zwei-Euro-Stück auf der Straße oder ein interessantes Buch im offenen Bücherregal. Allerdings verschafft uns das Mitnehmen von beidem noch lange keinen Vorteil. Erst Achtsamkeit und die Bereitschaft, Zufälle zu unseren Gunsten zu nutzen, können aus Zufallsfunden bahnbrechende Erkenntnisse machen. Das nennt sich Serendipität.

Was bedeutet Serendipität?

Sie haben dieses Wort noch nie zuvor gehört? Das wundert mich nicht. Denn obwohl es den Begriff seit Mitte des 18. Jahrhunderts gibt, ist er doch alles andere als geläufig.

Erfunden hat ihn der englische Schriftsteller Horace Walpole, der auch noch weitere Wörter erfand – einfach, weil ihm andere, passende fehlten! Dabei gibt es zwei Entstehungstheorien:

Zum einen könnte es eine Ableitung von Serendip sein, einer älteren Bezeichnung von Sri Lanka, welche im arabischen Märchen „Die Prinzen von Serendip“ vorkommt. In diesem Märchen machen die drei Prinzen in der Fremde diverse zufällige Entdeckungen. Und weil sie aufmerksam, achtsam und klug sind, können sie aus diesen zufälligen Entdeckungen wichtige Erkenntnisse für ihr Leben gewinnen.

Eine andere Theorie lautet, dass Serendipität ein Neologismus ist, also ein durch Horace Walpole neu geschaffener sprachlicher Ausdruck. Dabei könnte das Wort ein Zusammenschluss der englischen Wörter „serenity“ (Gelassenheit) und „to dip into“ (in etwas hineintauchen) sein; übersetzt also „gelassen auf etwas stoßen“ bedeuten.

Die drei Faktoren der Serendipität

Serendipität nun allerdings nur auf den Zufall zu reduzieren, trifft die Sache nicht. Denn genau genommen besteht sie aus drei Faktoren:

  • dem Zufall beziehungsweise der zufälligen Entdeckung
  • der Achtsamkeit: Erst wenn wir im Hier und Jetzt leben, betrachten wir achtsam und offen unsere Umgebung und sind auch erst dann in der Lage, zufällige Entdeckungen wahrzunehmen
  • der Bereitschaft, diesen Zufall nutzen zu wollen – und dazu die richtigen Entscheidungen zu treffen und die notwendigen Schritte einzuleiten

Erst ein Zusammenspiel dieser drei Faktoren führt dazu, dass aus zufälligen Entdeckungen bemerkenswerte Ergebnisse entstehen. Die besten Beispiele dafür kommen aus der Wissenschaft.

Vom Wein zum Buch – und was das mit Serendipität zu tun hat

Bestimmt wissen Sie, dass Johannes Gutenberg ca. 1450 den Buchdruck erfand. Doch kennen Sie auch die Geschichte dahinter?

Gutenberg soll ca. drei Jahre vor der endgültigen Erfindung bereits damit begonnen haben, nach einer effizienten Lösung zu suchen, um Bücher für die Allgemeinheit erschwinglich zu machen. Doch erst durch den Anblick einer Weinpresse, kam er auf den endgültigen Gedanken, wie das zu bewerkstelligen wäre. Kein Wunder… im Wein liegt ja bekanntlich Wahrheit 😉

Auch die Entdeckung der DNA, also unseres Erbguts, beruht auf Serendipität. Der Schweizer Biochemiker Friedrich Miescher wollte eigentlich Proteine in Zellen erforschen. Stattdessen entdeckte er zufällig die später in Nukleinsäure beziehungsweise DNA umbenannte Erbsubstanz und forschte in dieser Richtung weiter.

Auch die Entdeckung des bekanntesten Antibiotikums, nämlich Penizillin, ist der Serendipität zuzuschreiben: Alexander Fleming beimpfte Sommers 1928 eine Agarplatte mit Staphylokokken und begab sich dann in den Urlaub. Nach seiner Rückkehr entdeckte er, dass sich auf dem Nährboden ein Schimmelpilz breitgemacht hatte – und dass sich in der direkten Nachbarschaft des Pilzes die Bakterien nicht vermehrt hatten. Er erinnerte sich daran, dass einige Jahrzehnte zuvor so eine Beobachtung schon mal gemacht worden war, sie damals allerdings für unbedeutend erklärt wurde. Doch nun erkannte Fleming die Wichtigkeit dieser Entdeckung, stellte weitere Untersuchungen an und lenkte so die damalige Medizin in eine völlig neue Richtung.

Weitere zufällige Funde aus der Wissenschaft können Sie übrigens im Buch „Serendipity: 77 zufällige Entdeckungen, die Geschichte schrieben“ von Miriam Meckel und Daniel Rettig nachlesen.

Warum jeder von uns mehr Serendipität braucht

Nun ist natürlich nicht jeder Mensch ein*e Wissenschaftler*in, der oder die solche glücklichen Zufälle für seine oder ihre Studien nutzen kann.

Doch auch ohne eine Karriere in den Wissenschaften anzustreben, kann Serendipität für jeden für uns von Bedeutung sein. Einfach, weil wir dadurch besser mit Herausforderungen, Veränderungen, Krisen und dem täglichen Stress umgehen können. Schließlich leben wir in einer Welt, die von konstantem Wandel geprägt ist und immer schneller und komplexer wird. Es treten neue Herausforderungen auf, denen man nie zuvor begegnet ist. Von daher werden ständig innovative Lösungsansätze gebraucht. Gut also, wer in der Lage ist, seine Scheuklappen abzulegen und über den Tellerrand hinauszuschauen. Und gerade dabei hilft Serendipität.

Vielleicht haben Sie beim obigen Absatz aufgemerkt, als ich von Krisen und Herausforderungen geschrieben habe. Denn bei diesen hilft ja bekanntermaßen eine gute Portion Resilienz. Und genau hier spielt nun die Serendipität mit hinein, denn auch sie fördert unsere Resilienz. Andersherum wird ebenfalls ein Schuh draus: So unterstützt uns eine gute Portion Resilienz darin, mehr Serendipität zu entwickeln.

Wie Sie dem Zufall auf die Sprünge helfen

Nun die gute Nachricht zum Schluss: Genau wie Resilienz können Sie auch Serendipität trainieren. Und zwar anhand der folgenden Punkte:

  • Trainieren Sie Achtsamkeit: Wie oben geschrieben, wird der- oder diejenige, der oder die im Hier und Jetzt lebt und damit achtsam und offen seine oder ihre Umgebung betrachtet, eher auf unerwartete Zufallsfunde aufmerksam, aus denen sich dann kreative Lösungsansätze gestalten lassen. Trainieren Sie also regelmäßig Achtsamkeit. Sehr gut geht das in einem Bildungsurlaub oder mit den Achtsamkeitsübungen in unserem Newsletter.
  • Trainieren Sie Ihre Resilienz: Wie oben geschrieben, bedingen sich Resilienz und Serendipität gleichermaßen. Trainieren Sie also das eine, beispielsweise in einem Bildungsurlaub, unterstützen Sie somit gleichzeitig das andere.
  • Fördern Sie Ihre Kreativität: Erst mit einer guten Portion Kreativität können Zufallsfunde zu innovativen Lösungsansätzen werden. Versuchen Sie daher, Ihrer Kreativität auf die Sprünge zu helfen. Ideen dazu liefert Ihnen beispielsweise diese Seite: https://www.weka.ch/themen/fuehrung-kompetenzen/selbstmanagement/arbeitsmethodik/article/kreativitaet-foerdern-39-tipps-fuer-mehr-kreativitaet-im-alltag/
  • Fordern Sie Ihr Gehirn: Kreativität ist nur eine Seite der Medaille. Um innovative Lösungsansätze aus Zufallsfunden zu generieren ist auch Wissen notwendig. Aktivieren Sie also Ihr bereits vorhandenes Wissen und erwerben Sie gleichzeitig Neues. Suchen Sie sich dabei Themengebiete heraus, die Sie schon immer brennend interessiert haben.
  • Bleiben Sie neugierig: Sie haben etwas Faszinierendes entdeckt? Beispielsweise eine Ihnen unbekannte Pflanze während eines Spaziergangs oder ein Zitat, welches Sie sofort angesprochen hat? Dann forschen Sie nach, um welche Pflanze es sich handeln könnte oder vom wem das Zitat stammt und was es bedeutet.
  • Scheuen Sie sich nicht davor, auch mal zu staunen: Vor allem in der Natur gibt es Unglaubliches, das uns bislang noch nicht begegnet ist oder an dem wir bisher achtlos vorbeigelaufen sind. Bewahren Sie sich daher Ihre Faszination für das Neue und staunen Sie, sobald Sie etwas entdeckt haben. Das lässt Sie außerdem auch neugierig bleiben.
  • Seien Sie mutig: Wer aus Angst vor Fehlern passiv bleibt, erlebt nichts und wird dementsprechend auch keine zufälligen Entdeckungen machen. Seien Sie also mutig und probieren Sie ruhig auch mal neue Dinge aus.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine wunderschöne Woche mit ganz vielen zufälligen Entdeckungen,
Ihre Silvia Duske

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