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Was uns motiviert: Von Motivationen, Motiven und Motivatoren

Morgendliches Aufstehen, zur Arbeit gehen und nach der Arbeit ins Fitnessstudio oder zum Chor haben mit Motivation zu tun. Erfahren Sie hier mehr darüber, was uns motiviert.

Haben Sie sich schon mal gefragt, warum Sie morgens aufstehen und zur Arbeit gehen? Und nach der Arbeit noch ins Fitnessstudio oder zur Chorprobe? Das alles hat mit Motivation zu tun.

Von Motivationen und Motiven

Motivation ist der Antrieb zu einer bestimmten Handlung; also zum Beispiel morgens aufzustehen und sich auf den Weg zur Arbeit zu machen. Passenderweise wird der Begriff auf das lateinische Wort „movere“ zurückgeführt, welches sich als „bewegen“ oder „antreiben“ übersetzen lässt.

Doch wo kommt dieser Antrieb her? Die Antwort darauf steckt bereits im Wort „Motivation“ selber: von einem Motiv. Beziehungsweise derer viele, denn meistens sind es tatsächlich mehrere Motive, die uns ins Tun kommen lassen.

Allerdings hören da die Gemeinsamkeiten auch schon auf. Denn Motive und damit auch die Motivation sind von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich.

Was uns motiviert: Nur das liebe Geld?

Die meisten Menschen denken sofort an Geld, Erfolg, Ruhm oder andere Belohnungen, wenn es um Motivatoren, die Stimulatoren der Motivation, geht. Das ist natürlich nicht falsch, allerdings zu einseitig. Denn meistens sind es nicht solche extrinsischen Faktoren, die uns zum Handeln veranlassen, sondern intrinsische. Also Motive, die in unserem Inneren entstehen und sich somit aus unseren ganz individuellen Wünschen, Leidenschaften und Zielen speisen.

Während die intrinsischen Motivatoren ausschließlich auf positiven Reizen beruhen, können bei den extrinsischen auch negative ins Spiel kommen. Der Anreiz liegt dann darin, diese zu vermeiden. Ein gutes Beispiel sind die Sanktionen beim Bürgergeld, wenn Arbeitssuchende ihren Pflichten nicht nachkommen. Auch das morgendliche Aufstehen und zur Arbeit gehen kann auf einem negativen Motivator beruhen: Jemand hat vielleicht keine Lust auf die Arbeit und auch keinen Spaß daran, möchte allerdings auch nicht gekündigt werden und damit sein regelmäßiges Gehalt verlieren.

Warum unsere Bedürfnisse viel mit Motivation zu tun haben

Da das Thema Motivation nicht nur im Privatleben, sondern auch in der Arbeitswelt wichtig ist, gibt es natürlich mittlerweile viele Untersuchungen und somit auch viele Theorien dazu. Bei einem Punkt sind sich jedoch fast alle Forscher einige: Bei Motivationen geht es um die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse.

Deswegen sind die Motive, auf denen Motivation fußt, auch von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Jeder Mensch tickt ja bekannterweise anders und hat daher auch andere Gründe, aktiv zu werden und ins Tun zu kommen.

Doch schauen wir uns mal einige der wichtigsten Theorien zu Motivationsfaktoren an:

Maslowsche Bedürfnispyramide

Einer der bekanntesten Forscher im Bereich Motivation war der Psychologe Abraham Maslow, der die nach ihm benannte Theorie in Form einer Pyramide entwickelt hat. Der Forscher ging davon aus, dass Menschen unterschiedliche Bedürfnisse haben, die sie erfüllt haben wollen und die er in fünf Stufen eingeteilt hat. Diese Stufen bauen wie folgt aufeinander auf:

  1. Physiologische Bedürfnisse: Die Basis der Maslowschen Bedürfnispyramide bilden die physiologischen Grundbedürfnisse, wie Hunger, Durst, Schlaf etc. Erst wenn diese befriedigt sind, kommen andere Motivatoren ins Spiel.
  2. Sicherheitsbedürfnisse: Jeder Mensch hat ein Sicherheitsbedürfnis, das bei einem stärker und bei einem anderen schwächer ausgeprägt ist. Hierunter fällt zum Beispiel die Arbeit (mit dem regelmäßigen Gehalt) und der Wohnraum.
  3. Soziale Bedürfnisse: Außerdem hat jeder Mensch das Bedürfnis nach Kontakt zu anderen Menschen. Somit fallen in diese Stufe Freundschaft, Liebe und die Zugehörigkeit zu einer Gruppe, wie beispielsweise dem Chor.
  4. Individualbedürfnisse: Jeder Mensch möchte zudem eine gewisse Anerkennung und Wertschätzung erfahren und auch eine individuelle Form von Erfolg, Freiheit und Unabhängigkeit genießen.

Selbstverwirklichung: Erst in der letzten Stufe, wenn alle anderen Bedürfnisse befriedigt sind, verspürt ein Mensch das Bedürfnis, sein volles Potential auszuschöpfen, sich weiterzuentwickeln und seinem Leben einen Sinn zu geben. Das ist quasi das i-Tüpfelchen des menschlichen Daseins.

Was uns motiviert: In der Maslowsche Bedürfnispyramide werden die menschlichen Motivatoren nach Maslow dargestellt.

Über diese Grundstruktur hinaus teilte Maslow seine Pyramide noch in Defizit- oder Mangelbedürfnisse ein (die ersten vier Stufen) und in Wachstumsbedürfnisse (die letzte Stufe). Dabei ging er davon aus, dass die antreibenden Motivationen der ersten vier Stufen aus einem Mangel heraus geschehen. Wenn beispielsweise jemand auf der Suche nach einem Job ist, ist der Mangel in einer fehlenden beruflichen Beschäftigung und damit einhergehendem fehlenden regelmäßigem Gehalt zu suchen und somit das Sicherheitsbedürfnis (die zweite Stufe) nicht erfüllt.

ERG-Theorie

Eine Weiterentwicklung der Maslowschen Bedürfnispyramide ist die ERG-Theorie des Psychologen Clayton Alderfer. Dieser konzentrierte sich in seiner Theorie mehr auf die Bedürfnisse von Mitarbeitern im Unternehmen und erfasste anstelle von fünf nur drei Arten von Bedürfnissen:

  1. Existenzbedürfnisse: Hiermit werden die Grundbedürfnisse jedes Mitarbeiters gemeint, also zum Beispiel die Arbeitsbedingungen und die finanzielle und nicht-finanzielle Entlohnung.
  2. Beziehungsbedürfnisse: Hierunter fallen die sozialen Bedürfnisse und damit die Beziehungen zu den Kollegen und Kolleginnen und den Vorgesetzten, der Gruppenzugehörigkeit und auch Bedürfnisse von Anerkennung und Wertschätzung.
  3. Wachstumsbedürfnisse: Genau wie bei der Bedürfnispyramide von Maslow meint die oberste Stufe dieser Theorie das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung.

Zwei-Faktoren-Theorie

Auch der Professor für Arbeitswissenschaften Frederick Herzberg stellte eine Theorie zur Motivation, hier speziell der Arbeitsmotivation, auf: Die Zwei-Faktoren-Theorie. Der Name dieser Theorie verrät es dabei schon: Herzberg unterscheidet bei seiner Theorie genau zwei Faktoren, die für Motivationen verantwortlich sind.

Zum einen sind da die Faktoren, die auf den Inhalt der Arbeit bezogen sind. Diese wurden von dem Wissenschaftler als Motivatoren bezeichnet. Sie beeinflussen laut Herzberg die Motivation zur Arbeitsleistung selbst und speisen sich hauptsächlich aus dem Inhalt der Arbeit. Beispielsweise handelt es sich hierbei um

  • Erfolg
  • Anerkennung
  • Verantwortung
  • Beförderung
  • Wachstum
  • Selbstverwirklichung

Die anderen Faktoren, die die Motivation bedingen, beziehen sich auf den Kontext der Arbeit. Sie wurden von Herzberg als Hygienefaktoren bezeichnet. Hier handelt es sich beispielsweise um

  • Entlohnung
  • Personalpolitik und Führungsstil
  • Arbeitsbedingungen
  • zwischenmenschliche Beziehungen zu Mitarbeitern und Vorgesetzten
  • Sicherheit der Arbeitsstelle
  • Geregelte Work-Life-Balance

Was uns motiviert: Tipps für mehr Motivation im Alltag

Natürlich gibt es noch Unmengen weiterer Theorien, wie auch die oben erwähnten extrinsischen und intrinsischen Motive. Alle beschreiben jedoch nur ein Konstrukt, welches nicht sonderlich hilfreich ist, wenn es darum geht, die eigene Motivation zu steigern.

Deswegen ist es wichtig, welche Richtung Ihre Motivation nimmt: Hin zu einem zu erreichenden Ziel oder eher weg von einem bestehenden Zustand. Dabei ist die „hin-zu-Motivation“ auf jeden Fall nachhaltiger und befriedigender. Schließlich arbeiten Sie dabei auf ein konkretes Ziel hin, anstelle zu versuchen, eine Situation zu vermeiden. Deswegen sollten Sie versuchen, immer zuerst nach einer hin-zu-Motivation zu suchen. Erst wenn es partout keine gibt, können Sie auf die weg-von-Motivation ausweichen.

Darüber hinaus gibt es auch noch andere Tipps, wie Sie Ihre ganz persönliche Motivation steigern können:

Individuelle Motivatoren finden

Dieser Tipp steht als erstes in meiner Auflistung, weil es sich meines Erachtens um den wichtigsten Tipp zur Steigerung Ihrer ganz persönlichen Motivation handelt.

Finden Sie also heraus, was Sie wirklich motiviert: Ist es tatsächlich eine Belohnung, also zum Beispiel die Gehaltserhöhung oder der neue Firmenwagen? Oder ist es vielleicht eher das Bedürfnis, Menschen zu helfen?

Dazu schauen Sie sich am besten Ihre früheren Erfolgslebnisse – sowohl im Privaten als auch auf der Arbeit – an: Was war es, was Sie zu Höchstleistungen angetrieben hat? Was hat Sie damals so richtig begeistert, dass Sie drangeblieben sind?

Seien Sie jedoch nicht enttäuscht, wenn Sie merken, dass es tatsächlich eher extrinsische Motive waren, die Sie ins Tun haben kommen lassen. Das ist wirklich nichts Schlechtes. Vielleicht ist es so, dass Ihre Arbeitsmotivation extrinsisch ausgerichtet ist und Sie eher im Privatleben intrinsische Motive haben. Alles hat seine Berechtigung. Was wichtig ist, dass Sie wirklich ehrlich in Bezug auf Ihre Motive sind.

Ziele erkunden

Neben Ihren Motivatoren sollten Sie sich auch über Ihre Ziele klar werden: Warum haben Sie sich beispielsweise für das neue Projekt auf der Arbeit gemeldet? Warum gehen Sie regelmäßig zum Sport oder in den Chor oder den Kleingärtnerverein? Was sind Ihre jeweiligen Ziele dahinter?

Was sind darüber hinaus Ihre grundlegenden Ziele für Ihr Leben? Und zahlen die kleineren Ziele (warum Sie das Projekt übernommen haben oder abends regelmäßig zum Chor gehen) auf diese großen, übergreifenden Ziele ein?

Wenn Sie bei diesem Tipp etwas ins Schwimmen geraten (vielleicht, weil Sie sich noch nie mit Zielen auseinandergesetzt haben), dann versuchen Sie folgendes: Nehmen Sie sich einen Abend Zeit (oder auch einen ganzen Tag, zum Beispiel an einem Wochenende) und sorgen Sie dafür, dass Sie ungestört sind. Überlegen Sie sich dann, was Sie wirklich im Leben wollen. Wo soll die (Lebens-)Reise für Sie hingehen? Und wie sollen die Ziele, wenn Sie sie erreicht haben, schließlich aussehen?

Für diese Überlegungen bietet sich beispielsweise eine Visionscollage an.

Realistische Zeitplanung

Sie haben nun Ihre Motivatoren und Ziele herausgefunden. Sehr gut! Allerdings bleibt es nicht dabei. Denn nichts ist schädlicher für Ihre Motivation, als wenn diese auf suboptimalen Bedingungen, wie beispielsweise einem nicht durchführbaren Zeitplan, basiert.

Lasen Sie mich Ihnen ein Beispiel geben: Sie stürzen sich voller Begeisterung in ein neues Projekt auf der Arbeit, weil Sie sich dadurch für eine andere Stelle, die Ihnen mehr Möglichkeiten bietet, qualifizieren möchten. Nun ist es mit Motivation alleine allerdings nicht getan, wenn Sie sich viel zu viel in viel zu kurzer Zeit vornehmen. Die Folgen: Überforderung, Zeitdruck und Stress. Da verfliegt selbst die stärkste Motivation.

Daher: Achten Sie auf Ihr Zeitmanagement und machen Sie sich eine Zeitplanung. Tipps dazu finden Sie beispielsweise auf der Seite von karrierebibel: https://karrierebibel.de/zeitplanung/

Regelmäßig Pause machen

Dieser Tipp ergänzt den obigen. Denn zu einer guten und realistischen Zeitplanung gehören auch Pausen, in denen Sie runterfahren, sich erholen und neue Energie tanken können, um anschließend wieder motiviert durchzustarten.

Machen Sie in diesen Pausen, was Ihnen beliebt: Trinken Sie einen Kaffee, gehen Sie etwas Spazieren oder ins Fitnessstudio, gönnen Sie sich eine Massage oder meditieren Sie.

Für diejenigen, die viel am Schreibtisch sitzen, bietet sich vor allem Bewegung an, um Spannungen im Körper abzubauen.

Überdenken Sie Ihre Einstellungen

Nicht nur Ihre Bedürfnisse sind für Ihre Motivation verantwortlich. Ihre Einstellungen sind es ebenfalls. Und diese können einem – unbewusst – oftmals im Weg stehen.

Sie haben nun das neue Projekt auf der Arbeit angenommen. Und eigentlich sind Sie auch motiviert – bietet Ihnen dieses Projekt doch deutliche Aufstiegschancen. Doch kaum haben Sie mit der Arbeit begonnen, da melden sich schon die ersten Zweifel, in Form von Glaubenssätzen, dem inneren Kritiker und/oder einschränkenden Gewohnheiten. Beispielsweise beginnen Sie daran zu zweifeln, das Projekt wirklich zu einem guten Abschluss bringen zu können.

Gehen Sie deswegen Ihre Glaubenssätze, Ihren inneren Kritiker und Ihre einschränkenden Gewohnheiten an. Denn solange diese bestehen, treten sie als Gegenspieler Ihrer Motivation auf.

Belohnungen helfen, dran zu bleiben

Hehre Ziele und Motivationen, wie sie beispielsweise die intrinsischen Motivationen bieten, sind gut und schön. Doch manchmal reichen auch extrinsische Motivatoren aus, um dran zu bleiben.

Denn wer kennt es nicht: Eine Belohnung – in welcher Form auch immer – kann beflügeln.

Allerdings können sich extrinsische Motive auch ins Gegenteil verkehren und kontraproduktiv wirken! Beispielsweise indem sie intrinsische Motivationen ausbremsen.

Daher: Belohnungen, wie der Erfolg bei einem Projekt und daraufhin die gesteigerte Wertschätzung Ihres Vorgesetzten, sind völlig in Ordnung. Helfen Ihnen diese doch, motiviert und beim Projekt am Ball zu bleiben. Doch wenn Sie anfangen, sich nur noch nach Ihnen zu sehnen, geht vielfach die Freude und vielleicht sogar das, das Sie wirklich angetrieben hat (zum Beispiel bessere Bedingungen für die Belegschaft der Firma) verloren.

Machen Sie sich also immer wieder zwischendurch klar, was Ihre wirklichen Ziele und was Ihre tatsächlichen Motivationen sind.

Damit wünsche ich Ihnen eine schöne, motivierte Woche,
Ihre Silvia Duske

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