Beratung, Coaching, Training:
Ausbildungen für den zweiten Gesundheitsmarkt
Die Bedeutung eines gesundheitsbewussten Lebensstils und eines verantwortungsbewussten Umgangs mit der eigenen Gesundheit steigt in der Bevölkerung seit Jahren stetig an. Und auch Unternehmen reagieren auf die zunehmende Wichtigkeit von mentaler Gesundheit mit verschiedenen Angeboten zur betrieblichen Gesundheitsförderung. Deswegen wachsen vor allem im zweiten Gesundheitsmarkt die Chancen, sich mit spezialisierten Angeboten entweder selbstständig zu machen oder den bislang bestehenden Aufgabenbereich im Unternehmen zu verändern oder zu erweitern. Dabei sind besonders die Bereiche Beratung, Coaching, Training zu einem aufstrebenden Tätigkeitsfeld geworden, der Ihnen viele Möglichkeiten bieten kann.
Erfahren Sie mehr zum zweiten Gesundheitsmarkt und zu den Bereichen Beratung, Coaching, Training.
Inhaltsverzeichnis zum Thema Beratung, Coaching, Training
2. Zweiter Gesundheitsmarkt: ein Wachstumsmarkt mit beruflichen Chancen
2.1. Was ist der zweite Gesundheitsmarkt?
2.2. Erster und zweiter Gesundheitsmarkt – was ist der Unterschied?
2.3. Zweiter Gesundheitsmarkt: Potenziale und Zukunft
3. Beratung, Coaching, Training: drei Wege in einen zukunftsorientierten Tätigkeitsbereich
3.1.1. Vorgehensweise und Zielsetzung bei einer Beratung
3.1.2. Welche Rolle übernimmt ein Berater?
3.1.3. Für wen eignet sich eine Ausbildung zum Berater?
3.2.1. Vorgehensweise und Zielsetzung bei einem Coaching
3.2.2. Welche Rolle übernimmt ein Coach?
3.2.3. Ist eine Coaching-Ausbildung sinnvoll?
3.3.1. Vorgehensweise und Zielsetzung bei einem Training
3.3.2. Welche Rolle übernimmt ein Trainer?
3.3.3. Für wen eignet sich eine Ausbildung zum Trainer?
4. Beratung, Coaching, Training: Unterschiede und Gemeinsamkeiten
4.1. Beratung, Coaching, Training im direkten Vergleich
4.2. Was haben Berater, Coaches und Trainer gemeinsam?
4.3. Berater, Coach oder Trainer – welche Tätigkeit passt zu mir?
5. Berufsaussichten als Berater, Coach oder Trainer
5.1. Selbstständig im zweiten Gesundheitsmarkt
5.2. Berater, Coach, Trainer in Unternehmen
5.3. Berufsaussichten als Coach: Welche Chancen bietet die Zukunft?
1. Ausbildungen im Bereich Beratung, Coaching, Training – beruflich im zweiten Gesundheitsmarkt durchstarten
Die Bereiche Beratung, Coaching, Training haben sich in den letzten Jahren zu aufstrebenden beruflichen Tätigkeitsfeldern entwickelt. Sie kommen überall dort zum Einsatz, wo Menschen Wissen erwerben, persönliche oder berufliche Veränderungen gestalten, ihre Kompetenzen erweitern oder ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden stärken möchten.
Besonders im Gesundheitsbereich eröffnen sich neue Perspektiven, weil die Bedeutung eines gesundheitsbewussten Lebensstils und eines verantwortungsbewussten Umgangs mit der eigenen Gesundheit wächst. Für qualifizierte Berater*innen, Coaches und Trainer*innen entstehen dadurch viele neue Arbeitsfelder mit unterschiedlichen Spezialisierungsmöglichkeiten.
Eine fundierte Ausbildung im Bereich Beratung, Coaching, Training kann deshalb der Ausgangspunkt für eine neue berufliche Perspektive sein. Solch eine Ausbildung eignet sich zum Beispiel für Menschen, die sich haupt- oder nebenberuflich ein eigenes Business aufbauen und ihre fachlichen Interessen mit der Arbeit mit Menschen verbinden möchten. Gleichzeitig bietet eine Weiterbildung bereits tätigen Berater*innen, Coaches und Trainer*innen die Möglichkeit, sich zusätzliche Kompetenzen zu erwerben, neue Themenschwerpunkte zu erschließen und ihr bestehende Leistungsangebot gezielt zu erweitern.
Auch wer kein Interesse an einer selbstständigen Tätigkeit hat, kann durch eine Ausbildung im Bereich Beratung, Coaching, Training profitieren: Innerhalb von Unternehmen gewinnen entsprechende Kompetenzen ebenfalls an Bedeutung. Themen wie Stressmanagement, Resilienz und betriebliche Gesundheitsförderung spielen in der modernen Arbeitswelt eine zunehmend wichtige Rolle: Qualifizierte Berater*innen, Coaches und Trainer*innen begleiten beispielsweise Beschäftigte und Führungskräfte, vermitteln salutogene Kompetenzen oder unterstützen Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung.
Ausbildungen in diesen Bereichen eröffnen Ihnen also unterschiedliche Wege, um beruflich im zweiten Gesundheitsmarkt Fuß zu fassen und das in der Bevölkerung wachsende Gesundheitsbewusstsein für Ihren beruflichen Weg zu nutzen.
2. Zweiter Gesundheitsmarkt: ein Wachstumsmarkt mit beruflichen Chancen
2.1. Was ist der zweite Gesundheitsmarkt?
Der zweite Gesundheitsmarkt richtet sich an Menschen, die aktiv in ihre Gesundheit, ihre Leistungsfähigkeit und ihr persönliches Wohlbefinden investieren möchten. Er umfasst gesundheitsbezogene Produkte und Dienstleistungen, die nicht zur klassischen, überwiegend durch Kranken- und Sozialversicherungen finanzierten Gesundheitsversorgung gehören, sondern in der Regel von Verbraucher*innen selbst bezahlt werden. Unter anderem zählen Angebote aus den Bereichen Prävention und Gesundheitsförderung, Fitness und Bewegung, Ernährung, Entspannung und Stressmanagement sowie Wellness und persönliche Entwicklung dazu. Auch gesundheitsbezogene Angebote aus den Bereichen Beratung, Coaching, Training werden diesem Markt zugeordnet.
2.2. Erster und zweiter Gesundheitsmarkt – was ist der Unterschied?
Der Gesundheitsmarkt in Deutschland lässt sich in einen ersten und einen zweiten Gesundheitsmarkt unterteilen. Der erste Gesundheitsmarkt umfasst dabei die reguläre Gesundheitsversorgung. Dazu gehören insbesondere Leistungen, die der Diagnose, Behandlung, Rehabilitation und medizinischen Versorgung von Erkrankungen dienen und überwiegend durch die gesetzliche oder private Krankenversicherung sowie weitere Sozialversicherungsträger finanziert werden.
Der zweite Gesundheitsmarkt umfasst dagegen Gesundheitsleistungen und -produkte, die Verbraucher*innen selbst finanzieren. Im Mittelpunkt stehen dabei Prävention, Gesundheitsförderung, Wohlbefinden und der Wunsch, die eigene Gesundheit aktiv zu erhalten oder zu verbessern.
Die Unterscheidung zwischen erstem und zweitem Gesundheitsmarkt erfolgt also vor allem über die Art der Finanzierung und weniger über eine klare inhaltliche Grenze. Das ist auch sinnvoll, denn in der Praxis lassen sich beide Bereiche nicht immer eindeutig voneinander trennen. Gesundheitsangebote können sich daher überschneiden oder gegenseitig ergänzen. Beispielsweise können Präventionsmaßnahmen sowohl im Rahmen erstattungsfähiger Leistungen als auch als privat finanzierte Angebote genutzt werden. Der zweite Gesundheitsmarkt ist dementsprechend nicht als Gegenmodell zur regulären Gesundheitsversorgung zu verstehen, sondern als ein Bereich, der diese insbesondere bei der Gesundheitsförderung und der eigenverantwortlichen Gesundheitsvorsorge ergänzen kann.
In diesem Video der VBW wird der Unterschied zwischen dem ersten und zweiten Gesundheitsmarkt gut erklärt: https://www.youtube.com/watch?v=EK7iICXpMXI.
2.3. Zweiter Gesundheitsmarkt: Potenziale und Zukunft
Das Potential, welches im zweiten Gesundheitsmarkt liegt, ist enorm, da mit neuen gesundheitlichen Bedürfnissen auch neue Tätigkeitsfelder für Berater*innen, Coaches und Trainer*innen entstehen.
Beispielsweise ist das Thema Gesundheit mittlerweile zu einem wichtigen Bestandteil der persönlichen Lebensgestaltung geworden. Viele Menschen haben den Wunsch, ihr Wohlbefinden und ihre Leistungsfähigkeit möglichst langfristig zu erhalten, anstelle immer nur auf gesundheitliche Beschwerden zu reagieren. Auch die demografische Entwicklung beeinflusst die Nachfrage: Mit einer alternden Bevölkerung wächst das Interesse an Angeboten, die dazu beitragen, körperlich und mental bis ins hohe Alter fit und aktiv zu bleiben. Gleichzeitig beschäftigen sich viele Menschen jeden Alters bewusster mit der Frage, wie sie ihre Gesundheit fördern und ihre individuellen Ressourcen stärken können.
Auch die Anforderungen der Arbeitswelt verändern sich: Stress, ständige Veränderungen im Beruf und die zunehmende Bedeutung psychischer Gesundheit rücken die Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz stärker in den Fokus. Damit gewinnen auch betriebliche Angebote beispielsweise zu Stressmanagement, Resilienz und Stressbewältigung durch Bewegung an Relevanz.
Ein weiteres Potenzial des zweiten Gesundheitsmarktes liegt in der zunehmenden Individualisierung: Viele Menschen wünschen sich Angebote, die stärker auf ihre ganz persönlichen Bedürfnisse, Lebenssituationen und Ziele zugeschnitten sind. Hier bieten die Bereiche Beratung, Coaching, Training vielfältige Möglichkeiten – vom individuellen Einzelsetting bis zu themenspezifischen Gruppenangeboten. Digitalisierung erweitert diese Möglichkeiten zusätzlich. Beratung, Coaching und Training können heute vor Ort, vollständig digital oder in hybriden Formaten stattfinden. Dadurch lassen sich neue Zielgruppen erreichen und Angebote zeitlich sowie räumlich flexibler gestalten.
Aus all diesen Entwicklungen ergeben sich attraktive Perspektiven für qualifizierte Anbieter*innen. Wer fundiertes Fachwissen mit methodischer Kompetenz verbindet und Angebote an veränderte Bedürfnisse anpassen kann, findet vielfältige Möglichkeiten, sich beruflich im zweiten Gesundheitsmarkt zu positionieren.
3. Beratung, Coaching, Training: drei Wege in einen zukunftsorientierten Tätigkeitsbereich
Die Bereiche Beratung, Coaching, Training haben eines gemeinsam: Sie unterstützen Menschen dabei, Wissen aufzubauen, Kompetenzen zu entwickeln und/oder Veränderungen zu gestalten. Im Alltag werden die Begriffe häufig vermischt oder synonym verwendet. Bei genauerer Betrachtung zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede – insbesondere hinsichtlich Zielsetzung, Vorgehensweise und professioneller Rolle.
3.1. Was ist Beratung?
3.1.1. Vorgehensweise und Zielsetzung bei einer Beratung
Eine Beratung setzt in der Regel bei einer konkreten Fragestellung oder einer gewünschten Veränderung an. Zu Beginn wird die individuelle Ausgangslage der Klienten betrachtet: Welche Situation besteht aktuell, welches Ziel soll erreicht werden und welche Voraussetzungen oder Ressourcen sind vorhanden? Auf dieser Grundlage vermittelt der*die Berater*in relevantes Fach- und Handlungswissen und ordnet Informationen fachlich ein.
Kennzeichnend für eine Beratung ist, dass Berater*innen ihre Expertise aktiv in den Prozess einbringen. Auf Basis ihres Fachwissens empfehlen sie geeignete Handlungsmöglichkeiten oder entwickeln gemeinsam mit ihren Klienten passende Lösungswege.
Welche Inhalte bei einer Beratung im Mittelpunkt stehen, hängt von der fachlichen Ausrichtung und Qualifikation des*der Berater*in ab. Im zweiten Gesundheitsmarkt können beispielsweise Themen wie Stressmanagement, Resilienz, Ernährung oder andere Bereiche der Prävention und Gesundheitsförderung behandelt werden. Ziel ist es, Wissen verständlich zu vermitteln und Klient*innen zu befähigen, geeignete Schritte für ihre individuelle Situation abzuleiten.
3.1.2. Welche Rolle übernimmt ein Berater?
Ein*e Berater*in übernimmt die Rolle eines fachkundigen Ansprechpartners für eine bestimmte Fragestellung oder ein definiertes Themengebiet. Anders als im Coaching bringen sie das eigene Fachwissen und die vorhandene Expertise aktiv in den Prozess ein. Sie analysieren also die individuelle Situation, vermitteln relevante Informationen, geben Orientierung und zeigen auf dieser Grundlage konkrete Handlungsmöglichkeiten oder Empfehlungen auf.
Damit unterscheidet sich die Rolle auch von der eines*r Trainer*in: Während im Training vor allem Wissen vermittelt und konkrete Fähigkeiten oder Verhaltensweisen systematisch eingeübt werden, steht bei der Beratung immer die individuelle Fragestellung der Klient*innen im Mittelpunkt. Berater*innen unterstützen also dabei, Zusammenhänge besser zu verstehen und geeignete Lösungswege zu erkennen, um anschließend fundierte Entscheidungen treffen zu können.
3.1.3. Für wen eignet sich eine Ausbildung zum Berater?
Eine Ausbildung zum*r Berater*in eignet sich besonders für Menschen, die gerne ihr Wissen weitergeben, komplexe Zusammenhänge verständlich vermitteln und konkrete Lösungswege erarbeiten. Wer Freude daran hat, sich intensiv mit einer individuellen Ausgangssituation auseinanderzusetzen, Orientierung zu geben und Menschen bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen, findet im Bereich der Beratung ein vielseitiges Tätigkeitsfeld.
Im zweiten Gesundheitsmarkt ist solch eine Ausbildung insbesondere für Personen interessant, die sich für Gesundheit, Prävention und gesundheitsfördernde Lebensweisen begeistern. Je nach fachlicher Ausrichtung können beispielsweise Stressmanagement, Resilienz oder Ernährung im Mittelpunkt stehen.
3.2. Was ist Coaching?
3.2.1. Vorgehensweise und Zielsetzung bei einem Coaching
Ein Coaching begleitet Menschen bei individuellen Entwicklungs- und Veränderungsprozessen. Ausgangspunkt ist meist eine persönliche oder berufliche Fragestellung. Coach und Coachee betrachten gemeinsam die aktuelle Situation, konkretisieren Ziele und erarbeiten anschließend mögliche Schritte zur Erreichung dieser. Im Mittelpunkt steht dabei weniger die Vermittlung von spezifischem Fachwissen als die Unterstützung der Klient*innen bei der Entwicklung eigener Lösungen.
Ein wesentliches Prinzip des Coachings ist daher die Hilfe zur Selbsthilfe: Coaches geben in der Regel keine fertigen Lösungen vor, sondern gestalten durch gezielte Fragen, Reflexionsmethoden und andere Coaching-Techniken einen Prozess, in dem Klient*innen eigene Lösungswege entwickeln und Entscheidungen treffen können. Dadurch werden Selbstreflexion und Eigenverantwortung gefördert. Ziel ist es, Menschen zu befähigen, ihre persönlichen oder beruflichen Ziele aus eigener Kraft zu verfolgen, Handlungsmöglichkeiten zu erweitern und Veränderungen nachhaltig zu gestalten.
3.2.2. Welche Rolle übernimmt ein Coach?
Ein Coach versteht sich in erster Linie als Prozessbegleiter*in und weniger als fachliche*r Ratgeber*in. Er*sie unterstützt Klient*innen dabei, eigene Antworten und Lösungswege zu entwickeln. Dafür arbeitet ein Coach beispielsweise mit gezielten Fragen, Reflexionen und geeigneten Coachingmethoden, die neue Perspektiven eröffnen und vorhandene Ressourcen aktivieren können.
Die Verantwortung für die finalen Entscheidungen, Ziele und Lösungen verbleiben immer bei den Klient*innen. Darin unterscheidet sich Coaching insbesondere von der Beratung, bei der stärker fachliche Expertise einfließt und konkrete Empfehlungen gegeben werden. Vom Training grenzt sich diese Rolle ebenfalls ab: Trainer*innen vermitteln vor allem Wissen und fördern durch Anleitung und Übungen den gezielten Aufbau bestimmter Fähigkeiten. Coaches dagegen gestalten einen ergebnisoffenen Entwicklungsprozess, der Selbstreflexion und eigenständige Lösungsfindung unterstützt.
3.2.3. Ist eine Coaching-Ausbildung sinnvoll?
Wer Entwicklungs- und Veränderungsprozesse professionell begleiten möchte, sollte über eine fundierte Qualifikation verfügen. Empathie und ein gutes Gespür für Menschen sind natürlich wichtige Voraussetzungen, reichen jedoch allein nicht aus. Eine Coaching- Ausbildung vermittelt ein methodisches Vorgehen, sodass Gespräche nicht ausschließlich intuitiv geführt, sondern professionell strukturiert und zielgerichtet gestaltet werden können.
Das ist besonders wichtig, weil in einem Coaching unter anderem auch Gefühle, Ängste, Konflikte und/oder persönliche Herausforderungen zur Sprache kommen können. Coaches müssen deshalb ihre fachlichen und ethischen Grenzen kennen, schwierige Situationen angemessen einschätzen und erkennen können, wann beispielsweise eine psychotherapeutische oder medizinische Behandlung erforderlich ist. Schließlich kann unprofessionelles Vorgehen Klient*innen belasten und im ungünstigsten Fall sogar schaden!
3.3. Was ist Training?
3.3.1. Vorgehensweise und Zielsetzung bei einem Training
Ein Training zielt darauf ab, konkrete Fähigkeiten und Kompetenzen systematisch aufzubauen oder weiterzuentwickeln. Dazu vermitteln Trainer*innen spezifisches Wissen und schaffen zugleich Möglichkeiten, das Gelernte praktisch anzuwenden. Der Unterschied zur reinen Wissensvermittlung liegt vor allem im aktiven Erlernen und Einüben der neuen Fähigkeiten und Verhaltensweisen und nicht nur im bloßen Verständnis der Theorie.
Typisch für ein Training ist also die Verbindung von Wissensvermittlung, Übung, Anwendung, Feedback und Wiederholung. Die Teilnehmer*innen können in den Trainingsstunden neue Methoden oder Vorgehensweisen gezielt ausprobieren, Erfahrungen sammeln und durch Rückmeldungen der Trainer*innen ihre Fähigkeiten schrittweise verbessern. Je nach Trainingsziel kommen dafür unterschiedliche praktische Übungen, Gruppenarbeit oder Reflexionsphasen zum Einsatz.
Ein wesentliches Ziel des Trainings besteht darin, den Transfer über die konkrete Trainingssituation hinaus zu ermöglichen. Die Teilnehmer*innen sollen das erworbene Wissen und die eingeübten Fähigkeiten nach Beendigung des Trainings möglichst sicher und selbstständig in ihrem privaten Alltag und/oder ihrem Berufsleben anwenden können.
3.3.2. Welche Rolle übernimmt ein Trainer?
Ein*e Trainer*in übernimmt vor allem die Rolle des*der Wissensvermittler*in, Anleiter*in und Übungsbegleiter*in. Er*Sie vermittelt Inhalte und Methoden in strukturierter Form und schafft außerdem geeignete Lern- und Übungssituationen, in denen Teilnehmer*innen das Gelernte praktisch erproben und festigen können.
Dabei begleiten Trainer*innen den Lernprozess aktiv: Sie erklären Zusammenhänge, demonstrieren Vorgehensweisen, leiten Übungen an und geben gezieltes Feedback. So unterstützen sie die Teilnehmer*innen dabei, vorhandene Fähigkeiten weiterzuentwickeln und neue Kompetenzen aufzubauen. Ein*e Trainer*in sorgt zudem dafür, dass theoretisches Wissen mit praktischer Anwendung verbunden wird. Ziel ist es, die Teilnehmer*innen zu befähigen, die erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten sicher und selbstständig im beruflichen und/oder privaten Alltag einzusetzen.
3.3.3. Für wen eignet sich eine Ausbildung zum Trainer?
Eine Ausbildung zum* Trainer*in eignet sich besonders für Menschen, die gerne Wissen vermitteln und Freude daran haben, andere beim praktischen Lernen anzuleiten. Wer also gerne mit Gruppen arbeitet, Inhalte verständlich präsentiert und Teilnehmer*innen zum Ausprobieren und Üben motiviert, bringt wichtige Voraussetzungen für diese Tätigkeit mit.
Eine Training-Ausbildung eröffnet dabei vielfältige Einsatzmöglichkeiten: Trainer*innen können beispielsweise Seminare, Workshops und Kurse zu ihrem jeweiligen Fachgebiet durchführen oder im betrieblichen Umfeld tätig werden. Im zweiten Gesundheitsmarkt sind unter anderem Trainings zu Stressbewältigung (zum Beispiel durch Yoga oder Qigong), Resilienz, Entspannung etc. möglich. Auch Unternehmen bieten Einsatzfelder, etwa im Rahmen der Personalentwicklung oder der betrieblichen Gesundheitsförderung.
4. Beratung, Coaching, Training: Unterschiede und Gemeinsamkeiten
Beratung, Coaching, Training verfolgen also ein gemeinsames Ziel: Menschen bei ihrer Entwicklung, Veränderung oder Zielerreichung zu unterstützen. Der entscheidende Unterschied liegt darin, wie diese Unterstützung erfolgt und welche professionelle Rolle dabei eingenommen wird. In der Praxis können die Grenzen fließend sein – dennoch bleibt eine klare Rollenklärung wichtig. Die folgenden Kapitel vergleichen die drei Tätigkeitsfelder, zeigen ihre Gemeinsamkeiten, arbeiten die Unterschiede heraus und helfen bei der Frage, welche Tätigkeit zu Ihren Stärken und Interessen passt.
4.1. Beratung, Coaching, Training im direkten Vergleich
| Beratung | Coaching | Training | |
| Ziel | Orientierung und Problemlösung | Entwicklung und Veränderung | Kompetenz- und Wissensaufbau |
| Rolle | Experte und Ratgeber | Prozessbegleiter | Vermittler und Anleiter |
| Arbeitsweise | Berater*in bringt Expertise und Empfehlungen ein | Lösung wird vor allem vom Klienten selbst entwickelt | Trainer*in vermittelt Wissen und leitet Übungen an |
| Methoden | Ist-Analyse, Vermittlung von Fach- und Handlungswissen | Fragen, Reflexion, verschiedene Coaching-Methoden | Wissensvermittlung, Übungsanleitung, gezieltes Feedback |
| Setting | Einzelperson oder Gruppe | häufig Einzelperson; auch Teams oder Gruppen möglich | Einzelperson oder Gruppe |
4.2. Was haben Berater, Coaches und Trainer gemeinsam?
Trotz unterschiedlicher Ziele, Rollen, Arbeitsweisen, Methoden und Settings haben die Bereiche Beratung, Coaching, Training wesentliche Gemeinsamkeiten: In allen drei Tätigkeitsfeldern steht die intensive Arbeit mit Menschen im Mittelpunkt. Deswegen bilden Kommunikations- und Beziehungskompetenz sowie eine professionelle Gesprächsführung wichtige Grundlagen in allen drei Tätigkeitsfeldern. Gleichzeitig erfordern diese Tätigkeiten ein hohes Verantwortungsbewusstsein. Dazu gehört beispielsweise, die eigenen fachlichen und persönlichen Grenzen zu kennen und zu erkennen, wann andere Expert*innen hinzugezogen werden sollten.
4.3. Berater, Coach oder Trainer – welche Tätigkeit passt zu mir?
Ob eine Tätigkeit als Berater*in, Coach oder Trainer*in besser zu Ihnen passt, hängt vor allem davon ab, in welcher Form Sie mit Menschen arbeiten möchten und welche Rolle Sie dabei bevorzugen.
Eine Tätigkeit im Bereich Beratung passt zu Ihnen, wenn
- Sie gerne Situationen analysieren
- Sie Ihr Fachwissen aktiv einbringen möchten
- Sie konkrete Empfehlungen, Strategien oder Handlungspläne entwickeln möchten
- Sie Menschen fachliche Orientierung geben und sie bei fundierten Entscheidungen unterstützen möchten
Eine Tätigkeit im Bereich Coaching passt zu Ihnen, wenn
- Sie Menschen durch gezielte Fragen und Reflexion dabei begleiten möchten, eigene Antworten und Lösungswege zu finden
- Ihnen besonders der intensive persönliche Austausch und die Arbeit im 1-zu-1-Kontext liegen
Eine Tätigkeit im Bereich Training passt zu Ihnen, wenn
- Sie gerne Wissen und fachliche Kompetenzen vermitteln
- Sie Menschen praktisch anleiten wollen
- Sie gerne mit Gruppen arbeiten (beispielsweise in Kursen, Seminaren oder Workshops)
Die Tätigkeitsfelder Beratung, Coaching, Training schließen sich jedoch nicht gegenseitig aus. Eine Kombination mehrerer Qualifikationen kann durchaus sinnvoll sein, um unterschiedliche Methoden professionell einzusetzen, das eigene Angebot zu erweitern und sich mit einem vielseitigen Kompetenzprofil zu positionieren.
5. Berufsaussichten als Berater, Coach oder Trainer
5.1. Selbstständig im zweiten Gesundheitsmarkt
Der zweite Gesundheitsmarkt bietet vielfältige Möglichkeiten, sich haupt- oder nebenberuflich selbstständig zu machen. Berater*innen, Coaches und Trainer*innen sollten sich am besten auf ein bestimmtes Themengebiet spezialisieren und eine individuelle Positionierung entwickeln – beispielsweise in den Bereichen Stressmanagement, Resilienz, Ernährung, Stressbewältigung durch Bewegung oder in anderen Feldern der Gesundheitsförderung.
Auch die Gestaltung des eigenen Angebots ist vielseitig: Möglich sind beispielsweise Einzelberatungen und Coachings, Gruppentrainings, Kurse, Workshops oder Seminare. Diese können in Präsenz, online oder – je nach Konzept und Zielgruppe – in hybrider Form angeboten werden. Darüber hinaus lassen sich unterschiedliche Kompetenzen miteinander verbinden. So kann ein Trainingsangebot beispielsweise durch Beratung oder Coaching ergänzt werden.
Eine qualifizierte Ausbildung schafft für all diese Wege eine wichtige fachliche und methodische Grundlage. Allerdings wird dadurch kein wirtschaftlicher Erfolg garantiert. Wer sich im zweiten Gesundheitsmarkt selbstständig machen möchte, benötigt neben Fachkompetenz auch eine klare Positionierung, eine passende Zielgruppe und ein überzeugendes Angebot. Ebenso sind unternehmerische Fähigkeiten und Kenntnisse in den Bereichen Marketing, Kundengewinnung, Organisation und Kalkulation wichtig, um langfristig eine tragfähige selbstständige Tätigkeit aufzubauen. Sollten Sie eine Ausbildung bei uns absolvieren, unterstützen wir Sie anschließend bei den ersten Schritten: Unsere 4fach Garantie.
5.2. Berater, Coach, Trainer in Unternehmen
Auch Unternehmen bieten vielfältige Einsatzmöglichkeiten für Berater*innen, Coaches und Trainer*innen. Mit dem wachsenden Stellenwert von betrieblicher Gesundheitsförderung steigt die Bedeutung von Angeboten, die die Beschäftigten dabei unterstützen, gesundheitsbezogene Kompetenzen aufzubauen und mit den Anforderungen des Arbeitsalltags, unter anderem Stress, besser umzugehen.
Je nach Qualifikation und Schwerpunkt können Berater*innen, Coaches oder Trainer*innen beispielsweise Workshops, Seminare und Trainings zu Themen wie Stressmanagement, Resilienz oder Stressbewältigung durch Bewegung, wie zum Beispiel Yoga durchführen. Auch eine individuelle Begleitung von Beschäftigten oder Führungskräften durch Beratung oder Coaching ist möglich. Dabei unterscheiden sich die Formate entsprechend ihrer jeweiligen Zielsetzung: vom gezielten Kompetenzaufbau in Gruppen bis zur Unterstützung bei individuellen Fragestellungen und Veränderungsprozessen. Solche Angebote können in Zusammenarbeit mit der Personalentwicklung oder dem betrieblichen Gesundheitsmanagement konzipiert und umgesetzt werden. Diese Tätigkeit ist dabei sowohl im Angestelltenverhältnis möglich als auch als externe*r Dienstleister*in.
5.3. Berufsaussichten als Coach: Welche Chancen bietet die Zukunft?
Die Berufsaussichten als Coach beziehungsweise als Trainer*in oder Berater*in werden durch den wachsenden Stellenwert von Gesundheit, Prävention und persönlicher Entwicklung geprägt. Gleichzeitig verändert sich die Arbeitswelt: Neue Arbeitsformen, stetige und ständige Veränderungen, Dauerstress und die zunehmende Wichtigkeit von mentaler Gesundheit schaffen einen Bedarf an professioneller Begleitung.
Chancen können dabei insbesondere durch eine klare Spezialisierung entstehen: Coaches können sich beispielsweise auf Stressmanagement, Resilienz oder andere Themen der Gesundheitsförderung konzentrieren und damit gezielt bestimmte Zielgruppen ansprechen. Für bereits tätige Coaches bietet sich zudem die Möglichkeit, vorhandene Kompetenzen um Gesundheitsthemen zu ergänzen und das eigene Portfolio weiterzuentwickeln. Ähnliche Perspektiven bestehen für Berater*innen und Trainer*innen: Auch sie können sich auf gesundheitsbezogene Themen spezialisieren oder ihr bestehendes Angebot entsprechend erweitern.
Pauschale Aussagen über den beruflichen Erfolg lassen sich daraus jedoch nicht ableiten. Die tatsächlichen Chancen hängen von verschiedenen Faktoren ab: Neben einer fundierten Qualifikation sind insbesondere ein fachliche Spezialisierung, eine klare Positionierung, eine konkrete Zielgruppe sowie die Fähigkeit entscheidend, das eigene Angebot professionell zu vermarkten und sich und seine Angebote langfristig am Markt zu etablieren.
5.4. Neue berufliche Perspektiven oder Erweiterung des bestehenden Angebots: Unsere Ausbildungen im Bereich Beratung, Coaching, Training
Unsere Ausbildungen im Bereich Beratung, Coaching, Training richten sich sowohl an berufliche Neu- und Quereinsteiger*innen als auch an bereits tätige Fachkräfte.
Wenn Sie sich ein neues Tätigkeitsfeld erschließen möchten, erwerben Sie in unseren Ausbildungen fachliche und methodische Grundlagen, auf denen Sie schrittweise Ihre eigene berufliche Positionierung aufbauen können. Bereits tätige Berater*innen, Coaches und Trainer*innen können vorhandene Kompetenzen gezielt ergänzen, sich neue Themenfelder erschließen und dadurch ihr Portfolio erweitern. So lassen sich zusätzliche Zielgruppen ansprechen und Beratung, Coaching und Training sinnvoll miteinander kombinieren.
Das gemeinsame Ziel unserer Ausbildungen ist es, Ihnen die erforderlichen Kompetenzen für eine professionelle Tätigkeit im den Bereichen Beratung, Coaching, Training zu vermitteln. Welche Ausbildung am besten zu Ihnen passt, hängt dabei von Ihren persönlichen beruflichen Zielen, Ihren Interessen und den Kompetenzen ab, die Sie aufbauen oder gezielt erweitern möchten.
Folgende Ausbildungen haben wir im Angebot:
- Achtsamkeitstrainer*in
- Fachkraft Betriebliches Gesundheitsmanagement
- Burnout-Berater*in
- Entspannungstrainer*in
- Entspannungstrainer*in für Kinder
- Fachberater*in für Hochsensibilität
- Fachberater*in für Stressbewältigung und Burnout-Prophylaxe
- Happiness Trainer*in
- Hypnosecoach
- Kommunikationstrainer*in
- Natur-Resilienz-Coach®
- Resilienztrainer*in
- Resilienztrainer*in für Kinder
- Stressmanagement Trainer*in
- Systemische*r Berater*in
- Trainer*in (IHK)
Bei Fragen beraten wir Sie selbstverständlich gerne:
- Telefonisch: 06251 780 686
- per E-Mail: info@biek-ausbildung.de
- über unser Kontaktformular: https://www.biek-ausbildung.de/beratung/










