In Träumen kann man so manches erleben. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt und oft dient der nächtliche Schlaf dem intensiven Wieder-Durchleben emotional beeindruckender Gedanken und Erlebnisse in der Wachwelt.
Es verwundert nicht, dass man praktisch in allen Kulturen dem Traum einen hohen Stellenwert einräumt und ihn auf die verschiedensten Weisen zu deuten versucht. Natürliche und künstlich herbeigerufene Träume sind es, die als Orakel Auskunft über die Zukunft und das Schicksal geben sollen.
Auch wenn ich sonst eigentlich kein Mensch bin, der sich intensiv mit Träumen auseinander setzt, möchte ich Ihnen den folgenden nicht vorenthalten.

Zwei Kugeln

Ich ging in meinem Traum in einem wunderschönen Garten spazieren, als ich an eine Wiese gelangte. Dort lagen zwei durchsichtige Kugeln auf dem Boden, sie sahen irgendwie wie zwei durchsichtige Erdkugeln aus. Als ich sie betrachtete, nahm ich wahr, dass sie sich mit Menschen und Energie füllten.
In der Kugel auf der linken Seite sah ich Seelen, die wunderbar zusammenwirken konnten. Sie gaben und nahmen gleichermaßen. Auf dieser Kugel entstand viel Kreatives und die Seelen schafften Wunderbares. Sie glühten regelrecht und schienen immer mehr Energie anzuhäufen. Die Kugel wuchs regelrecht an und erstrahlte schon im hellsten Licht.
Als ich meinen Blick zur anderen Kugel schweifen ließ, konnte ich kein Leuchten erkennen. Die Gruppe, die diese Kugel bevölkerte, machte irgendwie einen miserablen Eindruck. Die Leute nahmen sich gegenseitig kaum wahr und kaum einer machte Anstalten, mit einer anderen Seele zusammenzuarbeiten. Irgendwie hatte ich den Eindruck, als würden sie sich selbst und ihre Mitseelen behindern. Sie wirkten, als wenn sie feststeckten in ihrer Art zu denken, zu handeln und zu sein.

Eine Reise

Ich bat darum, in diese Kugel gehen und helfen zu dürfen. Ein höheres Sein gewährte mit Einlass, so dass ich ein Päckchen mit heilender, seelisch-emotionaler Medizin mitnahm und eintrat. So hoffte ich, den Bewohnern helfen zu können.
Ich traf einen Mann, der mir mitteilte, dass dies eine schlechte Welt sei, in der jeder dem anderen Schlechtes antue. Er fühle sich ständig wie unter Wölfen. Da schaute ich in mein Medizin-Paket, konnte aber nichts finden, das ihm hätte helfen können.
Als ich wieder meines Weges ging, traf ich eine Frau, die derart voller Sorge und Trauer war, dass ihre Tränen nie versiegten. Sie sei überzeugt, berichtete sie mir, dass die Menschheit dem Untergang geweiht sei. Der allergrößte Teil der Menschheit sei schlecht und gewalttätig. Jeden Tag widerführen ihr Dinge, die diese Überzeugung nährten. Sie habe mit eigenen Augen gesehen, wie Tiere und wehrlose Kinder misshandelt würden, und viele andere schlimme Gewalttaten. Kein Mensch würde solche Verbrechen sühnen und es würde immer schlimmer werden.

Mein Gepäck

In meinem Päckchen befand sich auch eine Medizin der Hoffnung, so dass ich sofort danach griff und diese über der Frau ausleerte. Doch anstatt die Frau damit zu füllen, wurde die Medizin noch im selben Augenblick von ihren Tränen weggeschwemmt. Da wusste ich, dass ich nichts für sie tun konnte, und ging weiter.
Darauf nahm ich eine Frau wahr mit einem inneren Leuchten. Das hob sie sehr von ihren Mitbewohnern ab. Sie gab ihren Mitseelen, so viel sie konnte, war hilfsbereit und voller Liebe für die anderen Seelen. Doch als ich sie berührte, bemerkte ich, dass sie zwar eine tiefe Liebe für alle anderen empfand, aber unfähig war, sich selbst zu lieben. So bemerkte ich, dass die Menschen, die sie anzog, sie ausnutzten und nicht wertschätzten. Als ich ihr die Medizin der Selbstliebe überreichte, gab sie diese sofort an eine andere Person weiter. So wurde mit klar, dass sie an ihrer Situation nichts ändern konnte.
Dann traf ich einen Mann, dem ich mich näherte. Als ich ihn berührte, konnte ich seine Welt wahrnehmen. Er war angefüllt mit Misstrauen und Wut. Diese Gefühle richteten sich gegen Menschen, Dinge, die Regierung, das Gesundheitssystem, gegen alles und jeden. Er war so damit beschäftigt, sich und andere vor den Gefahren der Welt zu warnen, dass er gar nicht wahrnehmen konnte, dass gerade dies ihn in dieser Realität gefangen hielt. Ich versuchte, ihm ein Päckchen Medizin der Klarheit zu geben, aber er vertraute mir nicht genug, um sie anzunehmen.

Der Weg

Ich war inzwischen derart erschöpft, dass ich bemerkte, dass ich hier nicht helfen konnte. Ihre eigenen Überzeugungen waren es, die diese Seelen in ihrem eigenen Teufelskreis gefangen hielten. In meinem Versuch, ihnen zu helfen, hatte ich meine innere Energie fast aufgebraucht. Wenn ich es nicht schaffte, mich von ihren Problemen zu lösen, würden mich diese mit in die Dunkelheit ziehen.
Als ich wieder aus der Kugel herausgetreten war, betrachtete ich mir beide genauer. Während die eine immer mehr anwuchs und die Fülle ausbaute und ständig heller zu scheinen begann, wurde die andere immer kleiner, leerer und dunkler. Da bemerkte ich, dass die rechte Kugel begann, sich zu verändern. Immer mehr Seelen drangen durch die Oberfläche und sahen zu der strahlenden Kugel hinüber. Sie sahen, dass auch dort nicht alle und alles perfekt war. Doch sie nahmen wahr, dass alle daran arbeiteten, ihre Bedingungen zu verbessern. Sie arbeiteten an sich selbst und halfen den Mitseelen, Stück für Stück zu mehr Energie zu gelangen.

Dieses Glühen zieht die Betrachter in ihren Bann. Sie können ihren Blick und damit ihr Bewusstsein gar nicht mehr davon abwenden. Dann geschieht etwas, das meine Augen mit Tränen des Glücks füllt: Eine Seele tropft aus ihrer Kugel ab; wie ein kleiner Regentropfen zieht es sie ab von ihrer Welt, hinein in das Glühen der neuen, unbekannten, wachsenden. Sogleich beginnt sich ihre Energie zu erhöhen und ein erstes, zaghaftes Glühen wird erkennbar. Im gleichen Augenblick tun es andere Seelen ihr gleich. Sie verlassen, einer nach dem anderen, ihre alte Kugel, um von der anderen wie magnetisch angezogen zu werden.
Mein nächster Blick geht zurück zu dieser Kugel. Erstaunt nehme ich wahr, dass sie mit jeder Seele, die sie verlässt, mehr und mehr schrumpft; sie beginnt an Bedeutung zu verlieren.. Da merke ich, wie mein eigener Energielevel wieder steigt.