Stress ist allgegenwärtig! Vor allem im Beruf. Deswegen ist es dringend nötig, dass in allen Unternehmen ein besseres Stressmanagement gepaart mit einem Training der Resilienz Einzug halten. Erfahren Sie in diesem Artikel, warum Stressmanagement und Resilienz am Arbeitsplatz so wichtig sind.
Deutschland ist gestresst
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Deutschland ist extrem gestresst!
Eine Studie der Techniker Krankenkasse aus dem Jahr 2025 zeigte auf, dass sich 66 % der Deutschen häufig gestresst fühlen. Das ergibt einen Anstieg von 16 % in den letzten 10 Jahren! Vor allem die Altersklassen der 18- bis 39-jährigen (mit 83 %) und der 40- bis 59-jährigen (mit 79 %) waren dabei besonders stark vertreten! Dabei wurde Stress besonders mit beruflichen Situationen in Verbindung gebracht, weswegen unbedingt in jedem Unternehmen Stressmanagement und Resilienz am Arbeitsplatz Einzug halten sollten.
Außerdem sind auch Stresserkrankungen, wie beispielsweise Depressionen, Angsterkrankungen und Burn-out weiterhin auf dem Vormarsch. Das wird in dem DAK Gesundheitsreport 2025 bestätigt. Zwar sind dort nur die Daten der bei der DAK Versicherten erfasst, allerdings lassen sich diese Zahlen durchaus auch auf andere Versicherungsunternehmen übertragen.
Der Gesundheitsreport der DAK ergab nun, dass die Anzahl der Krankentage bei psychischen Erkrankungen – wozu die Stresserkrankungen gezählt werden – erneut – im Gegensatz zum Vorjahr – leicht angestiegen sind: von 340,5 Arbeitsunfähigkeitstagen im Jahr 2023 auf 341,8 Arbeitsunfähigkeitstagen im Jahr 2024. Zwar sind die psychischen Erkrankungen mittlerweile auf den dritten Platz gerutscht – hinter Atemwegserkrankungen auf Platz 1 (die Corona-Pandemie lässt grüßen) und den Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems auf Platz 2. Vergleicht man allerdings die Gesundheitsreports der letzten fünf Jahre, wird deutlich, dass vor allem die psychischen Erkrankungen – und damit auch die Stresserkrankungen – stetig gestiegen sind: insgesamt um 23 %! Außerdem weisen psychische Erkrankungen überdurchschnittlich lange Krankschreibungen auf: im Jahr 2024 lag der Durchschnitt bei 32,9 Tagen! Als Vergleich: Atemwegserkrankungen wiesen durchschnittlich eine Krankschreibungsdauer von 5,7 Tagen auf und Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems von 13,8 Tagen.
Burn-out auf dem Vormarsch
Speziell das Burn-out-Syndrom macht dem Gesundheitssystem und somit auch den Krankenkassen Sorgen. Die Zahlen, die die KKH (Kaufmännische Krankenkasse) erhoben hat, erschrecken zutiefst: Arbeitsunfähigkeitstage durch Burn-out sind in den letzten fünf Jahren (von 2019 bis 2025) um 33 % und Krankheitsfälle um sage und schreibe 46 % gestiegen! Dabei sollen die Zahlen nur die Spitze des Eisbergs zeigen, wie eine Mitarbeiterin der KKH betont. Schließlich konnten nur die Fälle ausgewertet werden, für die tatsächlich eine entsprechende ärztliche Diagnose vorlag. Da aber Burn-out von vielen Ärzten weiterhin nicht als eine eigenständige Erkrankung angesehen wird und deswegen als Diagnose andere Erkrankungen in den Vordergrund gestellt wurden, spricht die KKH von einer sehr hohen Dunkelziffer!
Eine forsa-Umfrage, die die KKH in Auftrag gegeben hat, bestätigte die von der Kaufmännischen Krankenkasse ausgewerteten Zahlen. Von rund 1360 Erwerbstätigen, die für diese Umfrage befragt wurden, gaben mehr als die Hälfte (55 %) an, sich bei Stress erschöpft oder ausgebrannt zu fühlen und 27 % gaben an, dass sie sich sogar schon mal depressiv gefühlt haben.
Dass Stress sowohl im Alltag als auch im Job allgegenwärtig ist, zeigen die von der forsa (Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH) erhobenen Zahlen ebenfalls: So gaben sage und schreibe 97 % der befragten Berufstätigen an, zumindest gelegentlich entweder im Job oder im Privatleben hohen Anspannungen und/oder Belastungen ausgesetzt zu sein. Außerdem sagte jeder zweite (52 %) aus, dass er oder sie das Gefühl habe, dass der Stress in den vergangenen ein bis zwei Jahren stark zugenommen habe. Daher ist es dringend notwendig, dass Unternehmen umdenken und ihren Mitarbeitern Schulungen anbieten, in denen gezeigt wird, wie Stressmanagement und Resilienz am Arbeitsplatz gelingen kann.
Dabei ist es nicht nur der klassische Burn-out, der dem Gesundheitssystem Sorgen bereitet, sondern vor allem der stille Burn-out. Dieser ist unauffälliger, da es den Betroffenen gelingt, die typischen Symptome, wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder emotionale Erschöpfung komplett zu verbergen und weiterhin voll leistungsfähig, engagiert und tatkräftig zu erscheinen. Auch die bei einem klassischen Burn-out im sechsten Stadium eintretenden Merkmale, wie Fehlerhäufung, das nicht mehr zu bewältigende Arbeitspensum und die nicht eingehaltenen Termine und Fristen, finden sich bei diesen Personen nicht. Deswegen fällt es auch im sozialen Umfeld der betroffenen Personen häufig nicht auf und das Krankheitsbild bleibt lange Zeit unentdeckt.
Warum mentale Erkrankungen der Belegschaft auch Unternehmen Sorge bereiten sollten
Die oben dargestellten Zahlen beweisen damit ganz deutlich, dass Stress längst allgegenwärtig und in vielen, wenn nicht sogar bereits in allen Unternehmen in Deutschland (und wahrscheinlich auch weltweit) angekommen ist. Und das ist nicht nur für die Betroffenen selbst dramatisch. Denn die langen Ausfallzeiten, die jemand mit einer psychischen Erkrankung hat, fallen auch auf die Unternehmen zurück.
So beziffert ein aktueller OECD-Bericht von Mai 2026 beispielsweise die jährlichen Kosten für die europäische Volkswirtschaft auf rund 76 Milliarden Euro; also ungefähr sechs Prozent des gesamten Gesundheitsbudgets! Eine erschreckende Vision von der Zukunft zeigt eine Studie des Versicherungskonzerns Zurich, die die Ausmaße und die wirtschaftlichen Folgen von psychischen Erkrankungen bis 2030 hochgerechnet hat: So sollen allein durch die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit und die enormen Fehlzeiten, wie sie bei psychischen Erkrankungen nun mal anfallen (siehe oben), in Deutschland Produktivitätsverluste von jährlich 120 Milliarden Euro entstehen! Denn wer krank ist, kann die anfallenden Arbeiten nicht erledigen. Und diese bleiben dann entweder liegen oder werden an Kollegen verteilt, die dadurch ein noch höheres Arbeitspensum haben und dementsprechend Gefahr laufen, ebenfalls eine Stresserkrankung zu entwickeln.
Zusätzlich zu diesen Produktivitätsverlusten wird es laut der Zurich-Hochrechnung 314 Milliarden Euro an „Wohlfahrtsverlusten“ geben. Damit ist der Wert der gesunden Lebensjahre gemeint, die die Betroffenen durch ihre Erkrankung verlieren. Laut Studie wären das durchschnittlich 67 gesunde Lebenstage pro Jahr!
Außerdem sind Stress und psychische Belastungen die Hauptursachen für eine Berufsunfähigkeit! Allein in den letzten zehn Jahren wurde von verschiedenen Versicherungsunternehmen ein Anstieg der Berufsunfähigkeit um 40 Prozent bei vorausgegangenen psychischen Erkrankungen ermittelt. Was sich natürlich ebenfalls auf die Produktivität des entsprechenden Unternehmens niederschlägt. Denn fällt der entsprechende Mitarbeiter aus, müssen die Aufgaben umverteilt und die Stelle – hoffentlich (!) – neu besetzt werden. Das alles kostet Zeit und Geld. Darüber hinaus ist es mit dem Bewerbungsprozess alleine nicht getan, denn der neue Mitarbeiter oder die neue Mitarbeiterin muss erstmal eingelernt und eingearbeitet werden, was ebenfalls eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt.
Höchste Zeit also, dass Stressmanagement und Resilienz am Arbeitsplatz in allen Unternehmen Einzug halten!
Stressmanagement und Resilienz am Arbeitsplatz – so geht’s
Mit dem Begriff Stressmanagement werden Methoden bezeichnet, mit denen Menschen Stress bewältigen und vorbeugen können. Diese sind bei jedem Menschen höchst individuell – genau wie auch die Stressoren, also die Stress erzeugenden Umstände, bei jedem Menschen unterschiedlich sind! Mit Resilienz am Arbeitsplatz wird die Fähigkeit beschrieben, trotz Stress, Herausforderungen und Veränderungen im Beruf psychisch stabil, motiviert und leistungsfähig zu bleiben.
Im besten Fall sollten Stressmanagement und Resilienz am Arbeitsplatz Hand in Hand gehen. Nur dann sind die Mitarbeiter eines Unternehmens wirklich in der Lage konstruktiv mit Stress umzugehen und geben auch bei Herausforderungen und Veränderungen, wie es sie in Unternehmen nun mal gibt, nicht auf.
Doch was können Unternehmensleiter nun tun?
Das ist eigentlich ganz einfach: Ihren Mitarbeitern Bildungsurlaub gewähren! Dieser besteht in den allermeisten Bundesländern (bis auf Bayern und Sachsen) und ist sogar gesetzlich geregelt. In so einer Woche können die Mitarbeiter dann, fernab vom Arbeitsstress und den täglichen Routinen, ihre ganz persönlichen Stressoren herausfinden und geeignete Methoden für sich entdecken, um Stress abzubauen und auch vorzubeugen. Und da Stressmanagement und Resilienz am Arbeitsplatz fortwährend nötig ist, sollten diese Kompetenzen regelmäßig – am besten jährlich – geschult werden.
Und genau dafür ist der Bildungsurlaub, der in einigen Bundesländern auch Bildungszeit oder Bildungsfreistellung genannt wird, da! Weitere Infos dazu, erhalten Sie auf unserer speziellen Bildungsurlaubs-Seite: https://www.biek-ausbildung.de/bildungsurlaub/. Dort finden Sie auch entsprechende Infos zu Ihrem speziellen Bundesland.
Eine andere Möglichkeit ist – sofern Sie in Ihrem Unternehmen entsprechende Räumlichkeiten haben – InHouse-Seminare zu diesen Themen anzubieten. In so einem Fall kommen die Dozenten und Trainer zu Ihnen ins Unternehmen und schulen die Mitarbeiter dort. Oder Ihre Führungskräfte! Denn auch diese benötigen die entsprechende Kompetenzen in Sachen Stressmanagement und Resilienz.
Natürlich können Sie auch beide Möglichkeiten parallel anbieten. So können Sich Ihre Mitarbeiter entscheiden, was ihnen lieber ist.
Egal, für was Sie sich auch entscheiden, wichtig ist, dass Sie es angehen. Denn die Zahlen (siehe oben) sprechen eine mehr als deutliche Sprache, dass es so auf Dauer nicht weitergehen kann. Gerne stehen wir Ihnen dabei zur Seite. Schauen Sie dazu einfach auf unsere Seite zum Thema Stressmanagement, von der Sie zu unseren Seminaren gelangen. Alternativ, um speziell Ihre Führungskräfte zu schulen, haben wir natürlich auch Seminare speziell für diese Menschen konzipiert: https://www.biek-ausbildung.de/fuehrungskraefte/
Sämtliche Kurse, die wir anbieten, führen wir selbstverständlich auch als InHouse-Schulung durch.
Sie haben noch Fragen oder möchten sich bezüglich einer InHouse-Schulung beraten lassen? Dann kontaktieren Sie uns gerne:
- Telefonisch: 06251 780 686
- per E-Mail: info@biek-ausbildung.de
- über unser Kontaktformular: https://www.biek-ausbildung.de/beratung/
Wir freuen uns auf Sie!
Ihre Silvia Duske




