MeditationGehmeditation

Als regelmäßige*r Leser*in meines Blogs wissen Sie bestimmt, dass ich täglich meditiere. Diese Praxis ist für mich aus meinem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch wussten Sie, dass ich auch auf Spaziergängen oder wenn ich gehend unterwegs bin, meditiere? Das ist durchaus möglich – mit Gehmeditationen.

Das möchte ich Ihnen heute vorstellen.

Vorteile von Gehmeditationen

Wenn jemand mit dem Meditieren anfängt, wird ihm/ihr ganz häufig geraten, sich in eine aufrechte, entspannte Sitzposition zu begeben. Zwar ist das in den meisten Fällen gängige Praxis, jedoch geht es auch anders: Meditieren in Bewegung – durch Gehmeditationen.

Diese haben den Vorteil, dass man dafür keinen ruhigen Ort mit einer Sitzgelegenheit oder einem freien Platz auf dem Boden braucht. Außerdem können Sie Gehmeditationen auch „Zwischendurch“ machen, auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen. Sie können Sie draußen in der Natur durchführen, in einem Park oder auf einem Wanderweg. Oder in Ihrem Garten, auf Ihrer Terrasse oder Ihrem Balkon. Und wenn es Ihnen draußen gar zu ungemütlich ist, dann ist es auch möglich, Gehmeditationen in Ihrer Wohnung zu machen. Ihren Vorlieben sind also keine Grenzen gesetzt!

Achtsames Gehen: Der Weg ist das Ziel

Wenn wir zu Fuß unterwegs sind, dann meist zielgerichtet: Zum Einkaufen, zu einem Arzttermin, zur Straßenbahnhaltestelle. Und dabei kreisen unsere Gedanken achtlos in unserem Kopf und wir beschäftigen uns mit unseren Sorgen und Problemen.

Bei einer Gehmeditation lenken wir stattdessen unsere Achtsamkeit auf den Vorgang des Gehens und auf unsere Atmung. Letzteres tun wir bei der „normalen“ Meditation zwar auch, doch jetzt kommt noch der Bewegungsaspekt dazu. Und wann haben Sie sich das letzte Mal bewusst damit auseinandergesetzt, wie Sie gehen? Wie Sie Ihre Füße aufsetzen, Ihren Beine heben, Ihre Knie beugen und wieder strecken? All das kommt bei einer Gehmeditation zum Tragen.

Vorbereitung für die Gehmeditation

Für eine Gehmeditation brauchen Sie keine Hilfsmittel. Das einzige, was wichtig ist, sind bequeme Schuhe. Außerdem sollte Ihnen der Weg, den Sie entlang gehen wollen, bekannt sein.

Bevor Sie mit der Meditation beginnen, stellen Sie sich aufrecht hin. Betrachten Sie den Weg, den Sie gewählt haben und überlegen Sie, wo oder wie Sie die Gehmeditation nachher beenden wollen: An einem bestimmten Punkt Ihres Weges, nach einer bestimmten Anzahl von Schritten oder nach einer bestimmten Zeit, zum Beispiel nach zehn Minuten.

Sobald das feststeht, schließen Sie kurz die Augen und atmen mehrmals tief ein und aus. Versuchen Sie dabei, alle Anspannung los zu lassen. Und dann kann es auch schon los gehen.

Auf die Schritte und das Gehbewegung konzentrieren

Bei dieser Gehmeditation achten Sie ganz besonders auf Ihre Bewegungen und Bewegungsabläufe. Dadurch führen Sie eine bewusste Entschleunigung herbei.

Dazu gehen Sie ganz langsam vorwärts. Wirklich gaaaaaanz langsam: Verlagern Sie Ihr Gewicht auf einen Fuß und heben Sie dann – bewusst ganz langsam und mit vollem Bewusstsein für diese Bewegung – den gewichtfreien Fuß an. Dann setzen Sie den Fuß mit der Ferse zuerst und in einem für Sie guten Abstand vor den anderen wieder ab. Anschließend rollen Sie ihn langsam ab und verlagern, ebenfalls ganz langsam, das Gewicht auf diesen eben abgestellten Fuß. Diese Bewegungsabläufe wiederholen Sie anschließend mit dem anderen Bein.

Ein besonderer Clou ist es, wenn Sie diese Art der Gehmeditation auf einer Wiese oder auf dem Rasen machen und dabei Ihre Schuhe ausziehen. So gönnen Sie Ihren Füße zusätzlich noch eine Massage.

Schritte und Atmung miteinander kombinieren

Bei dieser Art der Gehmeditation sind Sie in Ihrem normalen Geh-Tempo unterwegs. Doch während Sie Gehen, konzentrieren Sie sich auf das Atmen: Atmen Sie ein, während Sie zwei, drei oder auch mehrere Schritte machen. Das kommt ganz auf Ihre Atemtiefe an. Die gleiche Anzahl an Schritten machen Sie anschließend auch beim Ausatmen.

Achten sie darauf, dass Ihre Atmung normal fließt. Beeinflussen Sie sie nicht dahingehend, dass sie tiefer und länger als sonst atmen. Alles soll ganz natürlich geschehen!

 

Das sind nur zwei der verschiedenen Arten von Gehmeditationen. Doch gerade diese beiden benutze ich sehr häufig in meinem Alltag, weswegen ich Sie Ihnen hier vorgestellt habe.

Probieren Sie es nun selber aus. Und wenn Sie möchten, teilen Sie mir gerne Ihre Erfahrungen mit dieser neuen Meditationsart mit.

Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören und wünsche Ihnen gute Geh-Meditationen,
Ihre Silvia Duske

2 Kommentare

  1. Hallo Sylvia,
    neben dem Aspekt der Achtsamkeit kann man die Gehmeditation auch noch durch gymnastizierende Variationen erweitern bzw. Verändern, was zusätzlich gesundheitsfördernd wirkt.
    Als Beispiele seien hier genannt: 1. Schreiten wie ein Storch,
    2. Rückwärts/ seitwärts gehen, 3. Balanceübung auf einem Bein und das andere „vorwärts-rückwärts -seitwärts -ran“ ohne zwischendurch abzusetzen.

    • Hallo Helga,
      ja, du hast Recht, allerdings sind das natürlich Übungen für Fortgeschrittene in der Gehmeditation. Wenn jemand gerade mit dieser Art der Meditation beginnt, könnte ihm/ihr das bereits zu viel sein.
      Daher ist meine Empfehlung, sich zuerst ausschließlich auf das Gehen bzw. auf das Gehen in Verbindung mit der Atmung zu konzentrieren.
      Viele Grüße, Silvia

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